Was kümmert uns Khola Maryam Hübsch?

Frau Hübsch war gestern in einer Talkshow (Plasberg) zum Thema „Der Hass und die Folgen – spaltet der Terror das Abendland?“ zu Gast. Ich Frage mich bei solchen islamophilen Gästen immer, warum genau die eingeladen werden.
Sie bezeichnen sich selber als Muslime, dürfen sie ja auch, sind aber häufig Mitglied in der islamischen Ahmadiyya-Sekte, eine kleine Splittergruppe innerhalb des Islams, welche von keiner der grossen islamischen Strömungen (zu Recht) als richtige Muslime anerkannt werden – dies, da sie teilweise sehr merkwürdige Islam-Interpretationen haben.
(Ja, ich weiss, ich schreibe das gleiche wie ein „Salafist“, das macht es natürlich nicht unwahr, schon blöd…)Khola Maryam HübschAuch wenn die Lehre der Ahmadiyya mir persönlich natürlich sympathischer erscheint als die orthodoxe Islam-Lehre, so bringt diese uns leider nicht viel weiter.
Einerseits, weil kaum ein Muslim die Lehre als authentisch betrachtet, andererseits weil solche Reformbewegungen im Islam nie grossen Erfolg hatten. Schlussendlich ist es ziemlich schwierig, das praktisch in Stein gemeiselte Wort Gottes im Koran neu interpretieren zu wollen – und diejenigen die es trotzdem versuchten wurden häufig ermordert und werden es immer noch; seit 1400 Jahren.Es gewinnt die Gruppierung die nicht zwangsläufig grösser ist, sondern diejenige die bereit ist über Leichen zu gehen.
Auch ist es praktisch zu einfach, immer wieder auf die Ursprünge des Islams zurück zu kommen und allfällige, zwischenzeitliche tolerantere Strömungen zu verdrängen. Zu gewalttätig, intolerant und deutlich ist die ursprüngliche Lehre des Islam, als dass diese sich irgendwie in Luft auflösen könnte.

Wie qualifizierte Leute wie Frau Hübsch sind über den Islam zu sprechen, sieht man z.B. im Video (siehe http://www.daserste.de/information/talk/hart-aber-fair/videosextern/der-hass-und-die-folgen-spaltet-der-terror-das-abendland-102.html ca. ab Minute 10:35), wo sie felsenfest überzeugt behauptet, dass der Koran keine Strafe für Blasphemie im Diesseits kennt.

Wenn wir in den Koran schauen, z.B. die offizielle Übersetzung von islam.de (vom Zentralrat der Muslime!), finden wir in Sure 3:56 folgenden Vers:

Was nun diejenigen angeht, die ungläubig sind, so werde Ich sie im Diesseits und im Jenseits mit strenger Strafe strafen; und sie werden keine Helfer haben.

Gut, vielleicht meint Frau Hübsch unorthodoxerweise ja, dass der Unglaube keine Blasphemie sei. Dann gäbe es z.B. noch Sure 33, Vers 57:

Diejenigen, die Allah und Seinem Gesandten Leid zufügen, verflucht Allah im Diesseits und Jenseits, und für sie hat Er schmachvolle Strafe bereitet.

Ich nehme doch stark an, dass die Verspottung von Mohammed (er ist der Gesandte) durch Satire ihm Leid zufügt, jedenfalls ist dies absolut islamische Mainstream-Lehre und auch weit verbreitete Meinung innerhalb der islamischen Welt.
Auch für dies sieht der Koran, das Wort Allahs, bereits im Diesseits, also im irdischen Leben, eine (schmachvolle) Strafe vor.

Die Meinung von Frau Hübsch mag zwar interessant sein, hat aber häufig nichts mit der islamischen Lehre zu tun, sondern eher mit Wunschdenken.

Gesprächspartner für aufrichtige Diskussionen über den Islam wären Islam-Experten wie z.B. Hamed Abdel-Samad oder Ayaan Hirsi Ali.