Ab und zu taucht das Gerücht auf, dass der islamische Gott „Allah“ ein Mondgötze sei, ein Überbleibsel aus der vor-islamischen Zeit. Ist da was dran? Ja, ist denn der Gott der Juden, Christen und der Muslime in etwa nicht der selbe (wenn man denn an soetwas überhaupt glaubt)?

Wer den obenstehenden Link in die deutsche Wikipedia (Stand: 07.08.2010) angeklickt hat findet hier leider kaum nähere Informationen. Hier lohnt sich ein blick in den „Allah“-Artikel der englischen Wikipedia:

In pre-Islamic Arabia, Allah was used by Meccans as a reference to the creator-god, possibly the supreme deity. Allah at Rohtas Fort Pakistan  Allah was not considered the sole divinity; however, Allah was considered the creator of the world and the giver of rain. The notion of the term may have been vague in the Meccan religion. Allah was associated with companions, whom pre-Islamic Arabs considered as subordinate deities. Meccans held that a kind of kinship existed between Allah and the jinn. Allah was thought to have had sons and that the local deities of al-ʻUzzá, Manāt and al-Lāt were His daughters.

Auch interessant ist hierbei ein Blick auf die Geschichte der „Kaaba„, dem zentralen islamischen Heiligtum:

Schon in vorislamischer Zeit wurde das Gebäude von den arabischen Stämmen als Heiligtum des Gottes Hubal verehrt. Zum vorislamischen Kaaba-Kult gehört neben der Verehrung von Allah, die Verehrung der Göttinnen al-Lat, Manat und Uzza (Altarabische Gottheiten). Der Islam hat beispielsweise den Kult des schwarzen Meteoritensteins der Kaaba aus der altarabischen Religion übernommen, ebenso die Wallfahrt nach Mekka. Die Gebote des Islam zur rituellen Reinheit (tahāra) gehen zumindest teilweise auf entsprechende Gebote der altarabischen Religion zurück.

In einem Foren-Beitrag wird das ganze noch etwas ausführlicher zusammengefasst (Quellenangaben auf der selben Seite im nächsten Beitrag):

Archäologische Belege beweisen, daß der Mondgott-Kult die vorherrschende Religion Arabiens war. Der letzte König des neubabylonischen Reiches, Nabonid (555 – 539), baute in alt-testamentlicher Zeit Tayma in Arabien zu einem Mittelpunkt des Mondgott-Kultes aus. Wenn auch die Beliebtheit des Mondgottes anderswo abnahm, blieben die Araber doch ihrer Überzeugung treu, daß der Mondgott der größte aller Götter war. Solange sie an der Kaba in Mekka 360 Götter verehrten, war der Mondgott ihre höchste Gottheit. Mekka war in der Tat als Heiligtum für den Mondgott gebaut worden. Dadurch wurde die Stadt zur heiligen Stätte des arabischen Heidentums.

Konkret: Dieser Mondgott heiratete die Göttin der Sonne, die daraufhin drei weiteren Gottheiten das Leben schenkte. Diese wurden Al-Lat, Al-Uzza und Manat genannt und sie wurden im asiatischen Raum als „Töchter Allahs“ angebetet. Allah war also dieser Mondgott und doch nur eine von 360 Götzen in der Kabah zu Mekka. Solange der Mondgott „Sin“ genannt wurde, war sein Titel, zahlreichen Inschriften zufolge, al Ilah, d.h. „Die Gottheit“, was soviel bedeutete wie daß er der Oberste oder doch zumindest ein Hoher unter den anderen Göttern war. Der Mondgott hieß al Ilah, d.h. der Gott, was bereits in vorislamischer Zeit zu Allah abgekürzt wurde. Heidnische Araber verwendeten Allah sogar zu den Namen, die sie ihren Kindern gaben. So hatten bereits der Vater und der Oheim Mohammeds Allah als Bestandteil ihrer Namen. Die Tatsache, daß ihnen von ihren Eltern solche Namen gegeben worden waren, beweist, daß Allah selbst noch zu Zeiten Mohammeds der Titel des Mondgottes war.

Mohammed wuchs in der Religion des Mondgottes Allah auf, jedoch ging er noch einen Schritt weiter als seine heidnischen arabischen Stammesgenossen. Während diese noch glaubten, daß Allah, d.h. der Mondgott, der Größte aller Götter und die höchste Gottheit im Pantheon aller Gottheiten war, entschied Mohammed, daß Allah nicht nur der größte, sondern der einzige Gott sei.

Im wesentlichen sagte er: „Seht, Ihr glaubt bereits, daß der Mondgott Allah der Größte aller Götter ist. Was ich von Euch möchte, ist, daß Ihr es annehmt, daß er der einzige Gott ist. Ich nehme Euch nicht den Allah weg, den Ihr bereits anbetet. Was ich Euch wegnehme, ist nur seine Frau, seine Töchter und alle anderen Götter.“

Das wirft auch ein Licht auf den Ausdruck „Allahu Akbar„, welcher bedeutet „Allah ist grösser“ („grösser“ nicht „gross“, es wird der Komperativ verwendet), also grösser als die anderen Götter.

Nicht ausser Acht gelassen werden, dürfen bei diesem Thema die sogenannten „Satanischen Verse„:

„Satanische Verse“ ist die Bezeichnung für eine Episode in der Biographie von Mohammed, die mit der 53. Sure „Der Stern“ (al-Nadschm) zusammenhängt. Dort geht es um die in der Kaaba in Mekka verehrten alten Gottheiten. Nach einer Überlieferung, die der Biograph Ibn Saʿd in sein Kitāb aṭ-Ṭabaqāt sowie der Korankommentator und Historiker Tabari in seine Chronik und seinen Korankommentar aufgenommen haben, erlaubte Mohammed, die Göttinnen Al-Lat, Al-Uzza und Manat um Fürsprache anzurufen, widerrief die entsprechenden Verse jedoch bald. Den Ausdruck „Satanische Verse“ prägte William Muir, in arabischen Chroniken und in Korankommentaren wird die Episode als der „Kranichbericht“ oder auch als die „untergeschobenen Verse“ bezeichnet.

Das Thema mit diesen Versen wurde von Salman Rushdie in den Achzigern aufgenommen und in seinem Roman „Die satanischen Verse“ verarbeitet. Dies hatte zur Folge, dass der damalige iranische Revolutionsführer Chomeini eine Fatwa erlies, in der er zur Ermordung Rushdies aufrief. Chomeini wurde übrigends in „Die satanischen Verse“ auch mit einem eigenen Kapitel („Der Imam“) bedacht. Das Buch ist sehr empfehlenswert.

Einige Muslime haben sich natürlich dieser Sache auch schon angenommen und kontern solche „Behauptungen“, dass Allah ein Mondgötze sei, mit „schlagkräftigen“ Argumenten:

Der Quran beweist – „Allah“ ist KEIN „Mondgott“: „Und zu Seinen Zeichen gehören die Nacht und der Tag, die Sonne und der Mond. Werft euch weder vor der Sonne noch vor dem Mond nieder, sondern werft euch vor Allah nieder, Der sie erschaffen hat, wenn ihr (tatsächlich) Ihm allein dient.“ [Der edle Quran 41:37]

Zum „Beweis“ wird also der Koran, hergezogen. Wie peinlich so ein „Beweis“ ist muss ich glaub einem mündigen Menschen nicht weiter erklären, oder? Ein Buch, das über sich selber aussagt „Ich bin wahr!“ – folglich muss man es als Wahrheit akzeptieren? Ist das ein toller Beweis, kann sicher vor jedem (Scharia-)Gericht dieser Welt so akzeptiert werden. Wer braucht denn schon historische Beweise, welcher einer wissenschaftlichen Prüfung standhalten?

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10 Gedanken zu “Allah der Mondgötze

  1. Allah ist darübertinaus der Gott des Hundssterns „rabbu shi’ra“, das sagt zumindest Sure 53, Vers 49.

    1. Sure 53:49: „dass er der Herr des Sirius ist,“

      Stimmt, Sirius wird auch Hundsstern genannt und gehört zum Sternbild „Grosser Hund“. Und das obwohl der Hund im islamischen Glauben doch so ein unreines Tier ist. 🙂

  2. Es gibt ein ganz kleines Problem bei eurer netten Geschichte hier:

    Arabische Christen nennen Gott auch Allah.

    Einfach mal nachprüfen und dann den Artikel hier ganz entspannt löschen.

    1. Ja, ganz entspannt mit dem Penis in der Hand.

      Aber Spass beiseite. Warum sollte dies Auswirkungen auf die Persistenz dieses Artikels haben? Das Christentum war schon vor dem Islam in Arabien und vielleicht gibt es hier einfach eine gemeinsame Sprachwurzel. Macht es die Sache, dass in Mekka, bei der Kaaba, Götzen angebeten wurden weniger war? Und das Mohammad sich davon inspirieren lies?

    2. Das was du schreibst hat mit den korrekten Informationen hier im Artikel nicht das Geringste zu tun. Dass Allah im arabisch-sprachigen Raum Synonym für Gott geworden ist ist nicht weiter verwunderlich, und tangiert nicht im geringsten die Fakten die hier aufgezählt werden.

    3. Da ALLAH ein EIGENNAME ist, wurde inzwischen per GERICHTSBESCHLUSS in Malaysien und vom HÖCHSTGERICHT bestätigt, den dortigen Christen (sind ja ohnehin auch nur Götzendiener) die Verwendung des Namens ALLAH gerichtlich VERBOTEN!

      Im Oktober 2013 wurde den Christen, im mehrheitlich muslimischen dominierten Staat Malaysia (mehr als 30mio Einwohner, davon ca. 20mio Moslems), mittels Gerichtsbeschluss die VERWENDUNG des angeblich neutralen „arabischen Wortes ALLAH für Gott“ VERBOTEN! Konservative Muslime begrüßten vor dem Gerichtsgebäude das Urteil mit Jubel. Ibrahim Ali, Präsident der islamischen Organisation Perkasa sagte der KNA: „Wir haben erfolgreich den (Eigen)NAMEN ALLAH zurückerobert.“ Auch die Anfechtung dieses RICHTUNGSWEISENDEN Urteils wurde vom malaysischen Bundesgericht abgewiesen.

  3. Liebe Freunde,
    es heißt „der Götze“ und nicht „die Götze“.
    Vielen Dank für Eure Seite. Die ist einfach klasse.
    Grüße,
    Zarathustra

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